Leider konnte ich aufgrund der extremen Hitze und mangelnder Kühlung in den letzten Tagen keine weiteren Artikel verfassen, dies wird sich jetzt jedoch wieder ändern. Es wird 2 neue Themenkomplexe geben: Heiligtum (Stiftshütte) und Offenbarung. Die alten Artikel werden natürlich ebenfalls weiter geführt.
Fortsetzung der Artikel
Veröffentlicht 2 August, 2008 Allgemeines / Einleitendes 0 KommentareTags: Artikelstopp, Einleitung
Aus verschiedentlichen Gründen kann ich hier bis zum 29. Juli keinen neuen Artikel veröffentlichen. Ein “letzter Artikel” wird sich mit einigen Kritikpunkten beschäftigen. Ab dem 29. Juli geht es dann wie gewohnt weiter.
In diesem Artikel möchte ich mich mit einigen Kritikpunkten beschäftigen. Diese befassen sich vornehmlich mit dem Artikel „Einleitung – Wer sind wir?“ und „Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst.“
Kritikpunkt 1: Johannes 10,30
In ersterem Artikel ist hinsichtlich der Dreinigkeit die Rede von Johannes 10,30 „Ich und der Vater sind eins.“ Neben der eigentlichen „Unwichtigkeit“ dieser Bibelstelle im Gesamtkontext des Artikels - dient sie doch nur als Repräsentant der allgemein anerkannten Dreinigkeitslehre - wurde sich hier unnötig am Wortlaut aufgehängt. Die Kritik sei, dass dieser Vers sich nicht auf die Dreinigkeit beziehen lassen würde, und daher wohl, zumindest in den Augen des Kritikers, die gesamte Argumentationskette falsch sein müsse, bzw. sich nicht mit dem Rest auseindergesetzt werden müsse.
Um nun also die Kritikpunkte zu entkräften betrachten wir einmal das griechische Original von Johannes 10,30:
„Ich und der Vater sind eins.“ (Joh 10,30)
evgw. kai. o` path.r e[n evsmenÅ
Das griechische Wort „en“ hat die Bedeutung „eins, ein, ein einziges, nur eins.“ Hier heißt es also eindeutig „Ich (ego) und (kai) der Vater (o pater) sind (esmen) eins. (en)“ Aus dem griechischen Grundtext folgt also nichts anderes als die Wesenseinheit. Gleiches gilt auch für die Vulgata-Übersetzung, in der es heißt: „ego et Pater unum sumus“ (wortwörtlich: „Ich und der Vater eins sind.“)
Nun könnte man dies theoretisch auch auf eine „Übereinstimmung,“ ein „einer Meinung sein“ beziehen. Im Griechischen wird jedoch in diesem Fall zumeist eine andere Redewendung verwendet. In 1. Korinther 1,10 heißt es:
„Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig, und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung.“ (1. Ko 1,10)
Der letzte Abschnitt wird mit „evn th/| auvth/| gnw,mh|“ übersetzt. gnw,mh heißt „Einsicht, Erkenntnis.“ Wenn also die Rede von „einer Meinung ist“ wird nicht „eins“ sondern direkt „Einsicht“ bzw. „Erkenntnis“ gewählt. Das selbe gilt auch für „eines Sinnes,“ welches mit evn tw/| auvtw/| noi> übersetzt wird und nicht einfach durch „eins sein“ ausgedrückt wird.
Der Kontext von Johannes 10,30 erklärt es noch besser. Nachdem Jesus dies gesagt hatte, „hoben die Juden abermals Steine auf um ihn zu steinigen.“ (Joh 10,31) Warum? „Um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“ (Joh 10,33) Selbst die Menschen zur damaligen Zeit hatten es richtig verstanden. Und auch Jesus bekräftigt dieses Verständnis, indem er antwortet:
„Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?“ Wenn er die Götter nennt, zu denen das Wort Gottes geschah – und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden -, wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesetzt hat: Du lästerst Gott -, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn. Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubt mir nicht; tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr mir nicht glauben wollte, damit ihr erkennt und wisst, dass der Vater in mir ist und ich in ihm.“ (Joh 10,34-38)
„Googelt“ man Johannes 10,30 und die Trinitätslehre, so gibt es unzählige Beispiele, in denen dieser Vers in Kombination mit der Trinität erwähnt wird. Für andere Stellen in Bezug auf die Trinität und die Wesenseinheit siehe auch 1. Joh 5,20; Kol 2,9; Joh 1,1 etc. Grundsätzlich ist zu sagen: Wenn ein Vers in seiner originalen und unverfälschten Bedeutung dem eigenen Verständnis – hier Trinitätsverständnis – widerspricht, dann ist nicht der Vers umzudeuten sondern das Verständnis anzupassen.
Verständlicherweise tuen sich Menschen schwer bestimmte Gedankengänge zu akzeptieren, erst Recht, wenn sie geltenden Meinungen und „Erkenntnissen“ widersprechen. Der einfachste Weg diesen Gedanken aus dem Weg zu gehen, oder sich nicht „unnötig Arbeit“ zu machen, besteht darin „Ankerpunkte“ in einem Text zu finden, die oberflächlich falsch sind und durch die dann scheinbare Gewissheit gefunden werden kann: wenn dies falsch ist, muss auch der Rest falsch sein, muss ich mich nicht mit dem Rest beschäftigen. Dies ist allerdings eine durchaus verhängnissvolle Entscheidung und Voreinstellung.
Kritikpunkt 2: Mystizismus und Pantheismus
Ein häufiger Fehler unserer heutigen Zeit ist es, ganze Gedankenstränge oder Einfälle, Erkenntnisse und Ideen durch bestimmte vordefinierte und stark negativ belastete Begriffe zu brandmarken. Hierzu gehören unter anderem auch die Begriffe des Pantheismus und der Mystik. Erkenntnisse können durch einen allzu leichtfertigen Gebrauch dieser „Tabubegriffe“ schnell im Keim erstickt werden und lassen keinerlei weitere Entfaltungsmöglichkeit mehr zu. Damit beschränken wir unsere eigenen Erkenntniswege und auch die Wege die Gott mit uns gehen kann und möchte, auf ein Minimum, auf ein „uns rechtes“ Maß. Wie aber können wir mehr erfahren, mehr erkennen, wenn wir uns Grenzen setzen, die jegliche weitere Erkenntnis unmöglich macht? Jegliches Weiterdenken in den Bereich des „nicht zu Überschreitenden“ verschiebt?
Viele dieser „Tabubegriffe“ haben meist zumindest ansatzweise interessante Ansätze. Um dies zu erkennen, bedarf es zunächst einmal einer Definition dieser Begriffe.
Laut Wikipedia „glauben Anhänger des Pantheismus an keinen persönlichen oder personifizierten Gott; sie sehen die ganze Welt vom Makro- bis zum Mikrokosmos als „göttlich“ an.“
Betreffend des allumfassenden Gottes könnte man hier einige Bibelstellen zitieren, beispielsweise
„Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen.“ (1. Ko 12,6)
„Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.“ (1. Ko 15,28)
„welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.“ (Eph 1,23)
„Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“ (Kol 3,11)
"Und er ist vor allen; und es bestehet alles in ihm." (Kol 1,17)
- Christus ist alles und in allen, in ihm besteht alles, die Gemeinde ist die Fülle dessen, der alles erfüllt, die Gemeinde ist sein Leib, Gott Vater ist alles etc.
- Wir sind Söhne Gottes, göttlichen Geschlechts und werden als Solche offenbart werden, wir sind Götter etc.
Siehe für die verschiedenen Stellen die bisherigen Artikel. Für jede dieser Stellen gibt es zahlreiche weitere Stellen, die Sie bestätigen und weiter ausführen.
Aufgrund dieser Verse bzw. der bisherigen Artikel und der auch noch Folgenden, hat jeder eindeutig das Recht und die Pflicht, die Folgerung zu schließen, die die ganze Bibel folgert, nämlich die Wahrheit, die Erkenntnis des Geheimnisses, wir sind Christus. Eine solche Folgerung liegt in der Möglichkeit eines jeden Menschens, liegt geradezu in der Pflicht eines jeden Verstandes, das Offensichtliche zu akzeptieren und auszusprechen, das nun offenbart wurde, nämlich „das alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.“ (Eph 1,10)
So bedarf es nun lediglich einer „Verstandesleistung“, dieses zu akzeptieren und anzuerkennen, keiner „großartigen“ und komplexen Folgerung, wie es beispielsweise bei der Dreieinigkeit oder dem adventistischen Untersuchungsgericht, der Heiligtumslehre oder dem Sabbat als Siegel Gottes notwendig ist. So ist diese Erkenntnis vielfach einfacher und zahlreicher belegt, als jede andere bisherige Erkenntnis der Bibel.
Wichtig ist auch, dass nicht die persönliche Vorentscheidung die Auslegung der Bibel beeinflusst, nicht die Vorstellungen die Aussagen der Bibel entsprechend anpassen bzw. umständlich umdeuten, nicht die eigene vermeintliche Logik Herr über die biblische Offenbarung sein zu lassen. Es ist notwendig und geradezu heilsbringend, selbst gefasste, und damit menschliche Grenzen zu öffnen und „Tabubegriffe“ zu überwinden, der Bibel und damit dem Wort Gottes, Gott selbst, freien Raum zu geben.