Mann und Frau – Christus und Gemeinde

Als einleitenden Vers betrachten wir zunächst Epheser 5,25:

„Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie dahingegeben hat, um sie zu heiligen.“ (Eph 5,25)

Christus wird in der Bibel oft als der Bräutigam bezeichnet, als der Mann, der die Frau sehnsüchtig erwartet.

„Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen!“ (Mat 25,6)

Die Frau steht für die Gemeinde Gottes, die Menschen Gottes. (Off 12,1) Auch bei dem oben genannten Vers aus Epheser 5, handelt es sich um nichts anderes, als einen Vergleich, der eben diese Erkenntnis hervorheben will. (vgl. auch Eph 5,23; dazu auch Analogien der Einheit – Viele Glieder – ein Leib)

„Ihr MÄNNER, liebt eure FRAUEN, (gleich) wie auch CHRISTUS die GEMEINDE geliebt hat (…)“

Der Mann steht also symbolisch für Christus und den menschlichen Mann, die Frau für die Gemeinde und die menschliche Frau. In Anbetracht dieser Symbolhaftigkeit schauen wir uns nun einmal die folgenden Verse an.

„So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst.“ (Eph 5,28)

Die Männer, also Christus, sollen ihre Frauen, die Gemeinde, lieben „wie ihren eigenen Leib.“ Wer seine Frau, die Gemeinde liebt, der liebt sich selbst. Im Grunde wird hier nichts anderes ausgedrückt als „Christus liebt die Gemeinde – Christus liebt sich selbst.“

Denn die Gemeinde ist sein Selbst, sein Leib, die Fülle dessen, der alles und in allem erfüllt. (Eph 1,23) Christus ist die Gemeinde und jeder einzelne Mensch. Weiter heißt es:

„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.“ (Epheser 5,31-32)

Ein Mann, Christus, wird Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau, der Gemeinde, hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie werden vereinigt sein, sich entsprechen. Das griechische Wort für Mutter (meter) kann auch als „die Quelle von etwas, z.B. das Mutterland“ übersetzt werden.

Christus wird Gottvater und Himmelreich verlassen und an seiner Gemeinde hängen und die zwei werden vereinigt sein, wieder eins sein. Ein Fleisch sein. Gleich sein.

Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1. Joh 3,2)

So deutet es auch Paulus indem er schreibt: „Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.“ (Eph 5,32)

„Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz.“ (1. Korinther 11,7)

Der Mann, Christus, ist somit Gottes Bild und Abglanz, die Frau, die Gemeinde, ist Christi Bild und Abglanz.

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. (1. Mose 1,27)(1)

„Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.“ (Kolosser 1,13-15)

Weiter heißt es im folgendes Vers:

„Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau von dem Mann.“ (1. Korinther 10,8)

Die Frau, die Gemeinde, oder der Mensch, ist von dem Mann, von Christus, aus Christus heraus geschaffen worden.

„und Gott, der Herr, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen.“ (1. Mose 2,22)

Adam gab damals einen Teil, eine Rippe von sich her, aus dem Eva erschaffen wurde. Eva ist also noch immer ein Teil, ja ein Glied Adams. Ist Adam. (Vgl. „Männin“ – Adam als Frau: Gen 2,23)

„So steht auch geschrieben: «Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele», der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist.“ (1. Korinther 15,45)

Christus wird auch als der zweite Adam bezeichnet, ist der Mann. Die Eva, oder die Frau, oder die Gemeinde bzw. der Mensch ist aus einem Teil Christi enstanden, sie sind ein Teil, ein Glied Christi, sie sind Teil des Leibes Christi, sie sind Christus, sind Adam.

Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ (1. Korinther 11,9)

Hier erkennen wir einen scheinbaren Wiederspruch, denn in Vers 11 heißt es:

„Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau (…)“ (1. Korinther 11,11)

Der Wiederspruch löst sich auf, wenn man die ersten 4 Worte des zweiten Verses genauer betrachtet: Vor Gott ist „weder die Frau etwas ohne den Mann …“, vor dem Menschen aber gilt noch immer „der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“(2)

Die Frau ist um des Mannes willen geschaffen worden. So sind auch wir Menschen, die Gemeinde Gottes, symbolisch durch die Frau vertreten, um Gottes Willen geschaffen worden, auf das er in ihnen ein Ebenbild habe und „nicht allein sei.“ (Gen 2,18) Auf das es zu einer ewigen gegenseitigen Liebe kommen konnte, eine Heirat und Leben in Ewigkeit. Gott verspürte den Wunsch danach, als er uns schuf, uns sein Leben gab, auf das wir, als sein Ebenbild, seine Liebe erwiedern würden. (vgl. Artikel “Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst”)

„Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau;“ (1. Korinther 11,11)

Vor Gott gibt es weder Christus allein, noch die Gemeinde allein, weder den Mann allein, noch die Frau allein, nur die Einheit, nur die Vollkommenheit in der Einheit.

„Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott.“ (1. Korinther 11,12)

Die Einheitsübersetzung schreibt vielleicht etwas deutlicher:

„Denn wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt; alles aber stammt von Gott.“ (1. Korinther 11,12)

Der Mann, Christus, kommt durch die Frau, durch die Gemeinde, durch die Menschen zur Welt. Einmal in Maria, gezeugt vom Heiligen Geist, aus Gott stammend (1. Ko 11,12), einmal in uns, durch uns, der er in uns groß wird, die wir durch den Heiligen Geist wiedergeboren sind und werden. (1. Petrus 1,23) Denn in allem wachsen wir zu ihm hin.

„Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat.“ (Gal 4,19)

Christus, Gott, kommt durch uns zur Welt. Nicht nur im körperlichen Sinne, sondern auch im übertragenen Sinne: Er lebt durch uns und wir durch ihn, durch uns in unzähligen Weisen und wir durch ihn ein wunderbares Leben.

In den nächsten Kapiteln werden wir uns dann endlich mit der Schöpfung bzw. dem Sündenfall beschäftigen.

(1) Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ (Johannes 1,3) Christus ist das Wort und der Schöpfer aller.

(2) Eine genauere Erklärung hierfür wird sich in einem späteren Artikel ergeben.

1 Antwort zu “Mann und Frau – Christus und Gemeinde”


  1. 1 petersemenczuk 21 Juli, 2008 um 4:29 Uhr nachmittags

    Dein Thema ist gut, doch nun Frage ich Dich:
    “Was hälst Du von einer Frau/Gemeinde,
    Die sich den Namen des Bräutigams schon angeeignet hat und,
    sich vor aller Welt damit schmückt und bekennt,
    Sich aber im Geist der Wahrheit und seiner Theologie,
    mit dem fleischlichen Leib und Gesinnung,
    dem Geist der Welt und ihren fleischlichen Lüsten und
    Begierden hingibt, was wird wohl der Bräutigam,
    Jesus Christus,
    Diesem anmaßenden und geistig tollen Weib und Gemeinde,
    vom Kleinsten bis zu dem größten, wohl sagen
    wenn ER,der Bräutigam erscheint?
    Hast Du mich verstanden lieber Freund in Christus
    Was mir Gott seit 46 Jahren offenbart und vorhält,
    wenn ich an das von anmaßenden Menschen
    gemachte Christentum denke?
    Bleib in dem Herrn Jesus Cjhristus und in seinem inneren Licht,
    Geist und Wort. Peter Semenczuk

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